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Aus für Oneplus: Schluss mit "Never settle"

Der einstige "Flagship-Killer" Oneplus zieht sich aus Europa und Nordamerika zurück – das Ende der Marke kam aber eigentlich schon vor Jahren.
/ Tobias Költzsch
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Das Oneplus 14 war eines der letzten Oneplus-Geräte, das Golem testete. (Bild: Andrea Maurer/Golem)
Das Oneplus 14 war eines der letzten Oneplus-Geräte, das Golem testete. Bild: Andrea Maurer/Golem

Es gibt Tests, an die erinnert man sich als Autor noch recht lange – der des Oneplus One ist einer davon. Golem war damals das erste Medium in Deutschland, das den "Flagship-Killer" testen konnte, und erst eines von einer Handvoll weltweit. Der Kontakt lief über eine PR-Mitarbeiterin, die ich auf einer Android-Entwicklerkonferenz kennengelernt hatte – alles wirkte eher improvisiert und wie bei einem Start-up.

Im Laufe der folgenden zwölf Jahre wandelte sich Oneplus von einer disruptiven Marke, die Oberklasse-Smartphones für viel weniger Geld anbot, zu einem Mainstream-Hersteller. Dass sich das Unternehmen nun, wie Cnet berichtet(öffnet im neuen Fenster), aus Nordamerika und Europa zurückzieht und dort verstärkt auf die Geräte des Mutterunternehmens Oppo setzt, ist angesichts der letzten Jahre wenig überraschend.

2021 wurden Oneplus und Oppo fusioniert – und für viele Oneplus-Fans begann damals der Abstieg. Die Oneplus-Smartphones bekamen Oppo-Software und wirkten immer mehr wie umgelabelte Oppo-Geräte; vom "Never settle"-Wahlspruch war nicht mehr viel zu spüren. Eine Zeit lang wurde es dann noch ruhiger um Oneplus, denn das Unternehmen durfte einige Jahre lang keine Geräte in Deutschland verkaufen.

Vom Nerd-Smartphone zum Mainstream-Gerät

Die Probleme der Marke entstanden aber viel früher und waren quasi markeninherent. Oneplus startete als Nerd-Smartphone: Erhältlich waren die Geräte zunächst nur in Pop-up-Stores oder per Einladung, an die man schwer gelangte. Es gab sie in keinen größeren Läden oder bei Netzanbietern. Ottonormalverbraucher kannten die Marke schlicht nicht, selbst Technikbegeisterte hatten Schwierigkeiten, die Geräte zu bekommen.

Zwar änderte sich die Verfügbarkeit im Laufe der Jahre, aus seiner Nische ist Oneplus aber lange Zeit nicht herausgekommen – und wollte das wohl auch erstmal nicht. Doch für den Hersteller musste das irgendwann zum Problem werden: Mit Nischenverkaufszahlen lässt sich kein Geld verdienen, was Oneplus als Marke des chinesischen Großkonzerns BBK (der 2023 aufgelöst wurde) und später Oppo sicherlich irgendwann sollte. Um den Massenmarkt für bessere Absatzzahlen erreichen zu können, mussten die Oneplus-Smartphones massentauglicher werden.

Durch diese vor allem ab 2021 verstärkt erfolgende "Oppoisierung" versprachen sich BBK und Oppo einen größeren Absatzmarkt – was allerdings auf Kosten der ursprünglichen Kundengruppe ging. Vorbei waren die Zeiten preiswerter Smartphone-Alternativen, die als Geheimtipp in Android-Kreisen zirkulierten. Oneplus-Geräte passten sich von den Funktionen und dem Preis dem Mainstream an.

Im Smartphone-Markt zu bestehen ist schwer

Wie viele andere kleinere Smartphone-Marken feststellen mussten, ist es aber gar nicht so einfach, im westlichen Markt zwischen Apple und Samsung erfolgreich zu existieren. Selbst einst große Player wie LG oder HTC mussten das irgendwann einsehen. Für Oneplus bedeutete die Hinwendung zum Massenmarkt zum einen keinen wirklich messbaren Erfolg, und zum anderen einen Verlust der Identität und damit auch der bisherigen Nutzer.

Cnet zitiert einen Oneplus-Sprecher mit den Worten, dass der "Geist von Oneplus" künftig in Oppo-Geräten fortleben soll. Diesen Geist gibt es aber seit Jahren nicht mehr. Dass die Marke nun de facto eingestellt wurde, ist eigentlich folgerichtig – angesichts der Geschichte von Oneplus aber auch schade. Ob Oneplus etwa in Asien eine große Zukunft haben wird, ist unklar.


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