Dezentrales Netz: Energy Sharing startet am 1. Juni
Am 1. Juni 2026 tritt eine Regelung(öffnet im neuen Fenster) in Kraft, wonach sich eingespeister Strom der Solaranlage direkt an bestimmte Haushalte weiterverteilen lassen kann. Dafür müssen sich beide Parteien lediglich im Bereich desselben Netzbetreibers befinden. Ab 2028 genügt es, in benachbarten Netzgebieten zu wohnen.
Die Idee dahinter: Der eingespeiste Strom wird lokal verteilt und verbleibt damit im Niederspannungsnetz. Dafür ist grundsätzlich nur ein zweiter Liefervertrag neben dem bereits bestehenden Stromvertrag nötig, der den Preis festlegt.
Besonders günstig lässt sich Strom dadurch aber nicht beziehen, denn wegen der Verteilung über das öffentliche Netz müssen Netzentgelte und Steuern abgeführt werden, ungefähr 15 Cent. Sollen beide Seiten profitieren, dürfte der Strompreis inklusive aller Zusatzkosten wohl bei 25 Cent je Kilowattstunde liegen. Das entspricht einer Ersparnis von ein paar Euro im Monat für Privathaushalte.
Technische Hürden werden noch länger bestehen
Im Vordergrund dürfte deshalb stehen, eine Art Stromgemeinschaft zu bilden. Hinzu kommt, dass auf diese Weise ein Anreiz geschaffen wird, dass mehr Haushalte ihren Verbrauch gezielter an der tatsächlichen Einspeisung vorhandener Stromerzeuger ausrichten.
Eine wesentliche Bedingung dafür ist jedoch, dass ein intelligentes Messsystem am Stromanschluss vorhanden ist. Nur so lässt sich nachvollziehen, wie viel Strom ins Netz gelangt ist und wie viel von dem Partnerhaushalt verbraucht wurde.
Da der Anteil der Stromanschlüsse mit dieser Technik bei knapp über 5 Prozent(öffnet im neuen Fenster) liegt und es sich meist um jene mit Solaranlage handelt, könnte es bis zur tatsächlichen Nutzbarkeit des Energy Sharings noch eine ganze Weile dauern.
Interessant für größere Gemeinschaften
Auch wenn es aktuell noch an der Technik mangelt und viele Netzbetreiber weiterhin an den Voraussetzungen arbeiten, um die Abrechnung für das Energy Sharing überhaupt zu ermöglichen, könnte sich das Modell in Zukunft durchaus lohnen.
Zunächst ließe sich eine geringere Abhängigkeit von einer festen Einspeisevergütung für den selbsterzeugten Strom erreichen, zumal über das Fortbestehen dieser Vergütung ohnehin diskutiert wird. Stattdessen kann der Strom mit Freunden, Verwandten oder auch innerhalb eines Mehrfamilienhauses verteilt werden.
Gemeinden oder Unternehmen könnten ebenfalls profitieren, wenn der an einer Stelle ins Netz eingespeiste Strom an anderer Stelle genutzt werden kann. Die Solaranlage auf der örtlichen Turnhalle könnte so etwa auch Strom für die Schule oder das Rathaus bereitstellen.
- Anzeige Hier geht es zu Windkraft neu gedacht bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



