Epic Games: Google kapituliert im App-Store-Streit
Google muss den Play Store in den USA für konkurrierende App-Stores öffnen. Nachdem Google und Epic Games ihren gemeinsamen Antrag zur Änderung eines früheren Gerichtsurteils zurückgezogen haben, tritt die ursprüngliche Anordnung des US-Bezirksgerichts in Kraft. Google teilte dem Gericht mit(öffnet im neuen Fenster), die geforderten Änderungen ab dem 22. Juli 2026 umzusetzen.
Konkret bedeutet das: Nutzer sollen konkurrierende App-Stores künftig direkt im Google Play Store finden und installieren können. Bislang mussten alternative Stores meist per Sideloading eingerichtet werden, also durch das manuelle Herunterladen und Installieren einer APK-Datei außerhalb des Play Stores. Das ist umständlich und schreckt viele Nutzer ab.
Das Gericht hatte Google bereits 2024 wegen eines rechtswidrigen Monopols im Android-App-Markt zu umfangreichen Änderungen verpflichtet. Neben der Zulassung konkurrierender App-Stores muss Google diesen nach dem Urteil auch Zugang zum bestehenden App-Katalog ermöglichen. Ziel ist es, den Wettbewerb auf Android deutlich zu stärken.
Google hatte versucht, stattdessen ein Modell mit sogenannten Registered App Stores durchzusetzen. Diese hätten Nutzer weiterhin außerhalb des Play Stores installieren müssen. Gemeinsam mit Epic Games beantragte das Unternehmen deshalb Änderungen an der ursprünglichen Anordnung.
Kurz vor einer weiteren Gerichtsanhörung zogen beide Seiten diesen Antrag nun jedoch zurück. Google erklärte, man wolle die anhaltende Unsicherheit für das Android-Ökosystem beenden; einige US-Medien wie The Verge(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) wurden darüber von dem Unternehmen informiert.
Kommt ein Xbox-Store auf dem Smartphone?
Für Unternehmen wie Microsoft könnte die Entscheidung neue Möglichkeiten eröffnen. Schon länger gibt es Spekulationen über einen eigenen Xbox-Store für Android, über den Spiele direkt angeboten werden könnten.
In Deutschland und der übrigen EU sind alternative Android-App-Stores zwar bereits seit Jahren erlaubt. Nutzer können etwa den Epic Games Store, F-Droid oder andere Plattformen installieren, müssen sie aber weiterhin außerhalb von Google Play herunterladen.
Das US-Urteil geht einen Schritt weiter: Konkurrenz-Stores sollen dort direkt im offiziellen Play Store auftauchen und sich wie gewöhnliche Apps installieren lassen. Auf dem iPhone erlaubt Apple in der EU seit Inkrafttreten des Digital Markets Act ebenfalls alternative App-Marktplätze.
Sie werden jedoch nicht über den regulären App Store vertrieben, sondern müssen über den Browser installiert und vom Nutzer ausdrücklich freigegeben werden. In den USA existiert eine solche Möglichkeit auf iOS bislang nicht.


