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Niederlande: Eisen-Luft-Speicher für 1 GWh geplant

Der niederländische Stromversorger Budget Thuis will bis zu 100 Stunden lang Windstrom mit dem neuartigen Akku zwischenspeichern.
/ Friedhelm Greis
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Die Eisen-Luft-Akkus sind in 40-Fuß-Containern untergebracht. (Bild: https://irw-press.com)
Die Eisen-Luft-Akkus sind in 40-Fuß-Containern untergebracht. Bild: https://irw-press.com

Die niederländischen Unternehmen Ore Energy und Budget Thuis wollen zusammen einen Eisen-Luft-Akku mit einer Kapazität von 1 Gigawattstunde (GWh) errichten. "Die Vereinbarung beginnt mit einer zugesagten ersten Phase von 400 MWh, deren Lieferung für 2028 geplant ist", teilten die Unternehmen am 22. Juni 2026 mit(öffnet im neuen Fenster).

Der Eisen-Luft-Akku werde genutzt, um mehrtägige Lücken in der Erzeugung erneuerbarer Energien zu füllen, die mit Kurzzeitbatterien nicht kosteneffizient überbrückt werden könnten. Das System basiere auf der 40-Fuß-Container-Eisen-Luft-Architektur von Ore Energy(öffnet im neuen Fenster), die für Laufzeiten von 24 bis 100 Stunden konfigurierbar sei.

Kein teuren Rohstoffe erforderlich

Da das System ausschließlich Eisen, Wasser und Luft verwende – kein Lithium oder Kobalt -, sei es von Natur aus nicht brennbar und könne unter Nutzung einer vollständig europäischen Lieferkette gebaut werden. Das verringere die Abhängigkeit von importierten kritischen Rohstoffen und stärke die europäische Energiesouveränität.

Nach Angaben von Annemarie Buitelaar, CEO des Energie- und Telekommunikationsanbieters Budget Thuis, sind Eisen-Luft-Akkus für Anwendungsfälle mit langer Laufzeit ausgelegt, für die herkömmliche Batterien nicht geeignet seien. Das betreffe auch die Kosten. Der Mitteilung zufolge spielten Kurzzeitbatterien eine wichtige Rolle beim Ausgleich des Netzes über Stunden hinweg. Doch je mehr davon eingesetzt würden, "desto stärker konkurrieren sie um dieselben Intraday-Arbitragefenster, was Druck auf die Grenzerlöse ausübt". Die Vereinbarung ist demnach ein strategischer Schritt für eine stabile Stromversorgung, "da das niederländische Stromnetz immer stärker von Windenergie abhängig wird".

Langsame Entladung des Akkus

Nicht nur in Europa, auch in den USA sind große Anlagen mit diesem Speichertyp geplant. Für ein Rechenzentrum in Minnesota soll das US-Unternehmen Form Energy im Auftrag von Google eine Anlage mit bis zu 30 GWh Kapazität(öffnet im neuen Fenster) und einer Leistung von 300 Megawatt planen.

Im ungeladenen Zustand besteht eine solche Batterie im Grunde aus Rost, also aus Eisenhydroxid. Durch Stromzufuhr wird dieses Molekül aufgespalten und das Hydroxid-Ion wandelt sich an der Luft-Elektrode in Wasser und Sauerstoff um.

Zum Entladen wird das Eisen durch die Zufuhr von Luft und Wasser wieder zum Rosten angeregt. Der Prozess soll sich immer wieder wiederholen lassen. Er läuft jedoch etwas langsamer ab als bei Lithium-Ionen-Akkus. Statt in 2 bis 4 Stunden entlädt sich die Batterie über einen Zeitraum von 100 Stunden.


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