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Raumfahrt: Nasa startet Rettung des Swift-Satelliten

Ein Nasa-Forschungssatellit gerät auf eine immer niedrigere Bahn. Eine Mission soll ihn retten und noch weitere Jahre im All sichern.
/ Przemyslaw Szymanski und dpa
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Das Stargazer-Flugzeug samt Pegasus-XL-Rakete (Bild: NASA/Ron Beard)
Das Stargazer-Flugzeug samt Pegasus-XL-Rakete Bild: NASA/Ron Beard

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat eine ungewöhnliche Mission zur Rettung eines Forschungssatelliten gestartet. Ein unbemanntes Schleppraumschiff namens Link hob dafür von einem Atoll der Marshallinseln im Südpazifik ab. Die Pegasus-XL-Rakete wurde zunächst von einem Stargazer-Flugzeug auf rund 12.000 Meter Höhe gebracht und dort ausgeklinkt, wie die Nasa mitteilte(öffnet im neuen Fenster).

Nach der Zündung der drei Feststoffstufen gelangte Link in eine niedrige Erdumlaufbahn. Dort beginnt die eigentliche Rettungsmission schrittweise: Zunächst müssen die Missionskontrolleure Funkkontakt herstellen, den Zustand des Raumschiffs prüfen und sicherstellen, dass die Solarpaneele Strom liefern.

Das rund 400 Kilogramm schwere Link-Raumschiff mit drei Roboterarmen, drei Hauptantriebswerken und zahlreichen weiteren Instrumenten soll sich anschließend dem Forschungssatelliten nähern und ihn über einen Zeitraum von mehreren Monaten nahe an seine ursprüngliche Umlaufbahn zurückbringen.

Link wurde im Auftrag der Nasa von der US-Raumfahrtunternehmen Katalyst Space entwickelt und gebaut. Der Auftrag wurde erst im September 2025 vergeben, das Budget liegt bei rund 30 US-Millionen Dollar, umgerechnet etwa 26 Millionen Euro.

Swift liefert wichtige Forschungsdaten

Bei dem Forschungssatelliten handelt es sich um das unbemannte, mit drei Teleskopen ausgestattete Himmelsobservatorium Swift. Es wurde 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All gebracht und untersucht seitdem vor allem gewaltige Energieausbrüche im Universum, sogenannte Gammablitze.

Der Satellit ist zwar in gutem Zustand, verliert in seiner niedrigen Erdumlaufbahn aber allmählich an Höhe. Grund ist der geringe Widerstand der Erdatmosphäre, welcher Satelliten ohne eigenen Bahnantrieb langsam absinken lässt. Starke Sonnenstürme verstärkten diesen Effekt bei Swift, sodass der Satellit schneller als erwartet einer gefährlich niedrigen Umlaufbahn näherkam.

Die Bedeutung von Swift geht jedoch über Gammablitze hinaus. Die Nasa beschreibt das Observatorium als eine Art astrophysikalisches Mehrzweckinstrument, das kosmische Objekte und Ereignisse in sichtbarem Licht, ultraviolettem Licht, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung beobachten kann.

Wegen der zentralen Bedeutung der von Swift gelieferten Forschungsdaten entschied sich die Nasa kurzfristig für den Rettungsversuch. Bei einem Erfolg könnte der derzeit nur eingeschränkt wissenschaftlich genutzte Swift-Satellit ab Herbst wieder wissenschaftliche Daten liefern – und das den Erwartungen der Wissenschaftler zufolge möglicherweise noch für etwa fünf Jahre oder mehr.


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