Südkorea: Jeder Soldat soll zum Drohnenpiloten werden
Der südkoreanische Verteidigungsminister Ahn Gyu-back hat am 26. Juni 2026 Pläne vorgestellt, jeden Soldaten mit Drohnenfähigkeiten auszustatten, wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster). Das Ziel: Alle rund 450.000 aktiven Soldaten sollen Drohnen bedienen können.
Auslöser für die Entscheidung sind die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, die gezeigt haben, was unbemannte Systeme leisten.
Südkorea will ausschliesslich Drohnen aus heimischer Produktion verwenden, ohne chinesische Bauteile. Das ist ein Problem, denn DJI und andere chinesische Hersteller dominieren den globalen Markt.
Plan trifft auf Wirklichkeit
Analyst Min-Cheol Jung erklärte im Blog War on the Rocks(öffnet im neuen Fenster), dass schon die Beschaffung ausreichend vieler Drohnen ohne chinesische Komponenten eine Herausforderung sei. Zudem fehle es an Unteroffizieren, die ein ein entsprechendes Training im großen Massstab mit der Truppe durchführen könnten. Auch werde der Nachwuchs knapper, der Geburtenrückgang schrumpfe den Rekrutenpool spürbar.
Südkorea befindet sich in einer besonderen geopolitischen Lage: 28.500 US-Soldaten sind dort noch immer stationiert, die nordkoreanische Armee wiederum besitzt eine Truppenstärke von 1,2 Millionen aktiven Soldaten.
Ukraine als Vorbild, aber nicht als Blaupause
Die Ukraine, an der sich viele Armeen gerade orientieren, macht nicht alle Soldaten zu Drohnenpiloten. Sie baute stattdessen spezialisierte Teams auf, gründete eine eigene Teilstreitkraft für unbemannte Systeme und baute eine Drohnenindustrie auf, die Millionen Einheiten pro Jahr produziert.
Die USA folgen einem ähnlichen Ansatz wie die Ukraine: Drohnenkunde wird ins Grundtraining aufgenommen, das Pentagon beantragte für 2027 über 54 Milliarden Dollar Budget für Drohnen und Gegenmaßnahmen.
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